
Hallo. Ich bin Sara Hauser – Lyrikerin und Dozentin für mehrsprachiges lyrisches Schreiben. Ich mache Lyrik – alleine und kollaborativ. In meinen Werkstätten begleite ich Poet*innen und alle, die es werden wollen, im vielstimmigen poetischen Schreiben und schaffe Räume für künstlerischen Ausdruck mit und zwischen all unseren Sprachen. Ich möchte Lyrik als künstlerische Praxis zugänglich machen und Türen für eigene Stimmen, Perspektiven und poetische Formen öffnen.
Literaturbetrieb, Lyrik, kollaborative Formate – diese Bereiche vernetze ich im Raum Berlin-Brandenburg als literarische Praktikerin. Schreibprozesse begleite ich seit 2016 – damals noch als Peer-Schreibberaterin des Diversitätsorientierten Schreibzentrums Tübingen. Dort und in Stockholm studierte ich als First Generation Student zwei Jahre Jura und anschließend Philosophie, Internationale Literaturen und am Studio Literatur & Theater Tübingen Literarisches Schreiben und schärfte so mein Sensorium für kulturelle, literarische und sprachliche Verflechtungen. Neben ersten Schritten als Autorin moderierte und co-kuratierte ich 2015-2017 eine Lesereihe im Hesse-Kabinett Tübingen und bot so der zeitgenössischen Literaturszene Tübingens eine Bühne.
Heute verstehe ich mich als Spracharbeiterin, die sich in ihren eigenen lyrischen Texten immer auch mit der klingenden und verspielten Dimension von Sprachmaterial (erinnertem, gesammelten) beschäftigt. Dabei interessieren mich soziale und sprachliche Übergangsprozesse und wie ich diese mit dem absurden und aufrüttelnden Potential klingender Sprache kurzschließen kann. Meine Arbeiten klopfen sprachliche Kipppunkte ab, inszenieren die Gleichzeitigkeit von Wohlklang und Bedrohung. Mehr als Genregrenzen interessieren mich: Flow, Sound, Fellversuche, Faxen, Hasenfinger, Wimperntierchen, abdampfende Schweineseelen, Obstbauminspekteure, grobkörniges Gesims, Grimmskrams, Stuck und feministische Abnabelungsprozesse. Für die Arbeit an meinem Lyrik-Manuskript stuck erhielt ich 2026 das Arbeitsstipendium für deutschsprachige Literatur. Ich freue mich sehr in dieser intensiven Schreibzeit auch einen Verlag für mein Lyrikdebüt gefunden zu haben!
Austausch, Unterstützung und gemeinsames Experimentieren in geschützten Räumen sind mir wichtig, deshalb bin ich seit 2022 Teil des Berliner Lyrikkollektivs das ad hoc. 2024/25 veranstalteten wir die vom Berliner Senat geförderte Lesereihe textOUR. Kollektivität & Care: ein poetischer Polylog, in welcher wir mit Sprachkunstkollektiven an neun Abenden ein kollaboratives Gedicht webten. Das Konzept entwickelte ich als Künstlerische Co-Leitung gemeinsam mit Julia Dorsch sowie Impulsen aller das ad hoc Mitglieder.
Ich glaube daran, dass Lyrik überall möglich ist. Neben dem Feilen an lyrischen Texten mit längeren Überarbeitungsphasen liebe ich es durch Improvisation, Spontanität und Experimentieren lyrische Prozesse zu ermöglichen. Wie mit lyrischen Mitteln Begegnung gestaltet werden kann, erpobe ich immer wieder in partizipativen Formaten, in denen die Grenzen zwischen mir als Autorin und dem Publikum verwischen. Etwa in meiner Performance Traummaschine, wobei ich mit Stichworten von Passant:innen Schreibmaschinen-Spontanpoesie erstelle oder durch lyrische Begegnungsimpulse als Teil von Gathering-Formaten wie dem sommerlichen Kreativaustausch Picnic with Session 2024.
Es bereitet mir außerdem große Freude Schreibprozesse zu begleiten: Auf meinen bisherigen beruflichen Stationen unterstütze ich Schüler*innen, Studierende und Kolleg*innen in Schreibprojekten. Seit Herbst 2026 berate ich in meiner Schreibsprechstunde Poet*innen und alle, die es werden wollen, beim professionellen Schreiben. Meine poetischen Tools zum Schreiben lyrischer Texte teile ich in meinen mehrsprachigen Poesieworkshops.

© Theresa Rüger
Meine didaktische Praxis wurzelt auch in mehrjähriger Arbeit mit Jugendlichen: Als Workshopleiterin der Berliner Initiativen wortbau und The Poetry Project sowie 2019–2021 als Fellow der Bildungsinitiative Teach First an zwei Brandenburger Oberschulen setzte ich kreatives Schreiben gezielt als Empowerment- und Selbstwirksamkeitstool ein – mit dem Ziel, jungen Menschen Räume für die eigene Stimme zu eröffnen. Als Fellows unterstützte und förderte ich Schüler*innen stärkenorientiert und fächerübergreifend und führte Projekte zum Mehrsprachigen Kreativen Scheiben durch. Dabei coachte ich zwei Jugendgruppen beim Schreiben, Editieren und dem Präsentieren eigener Texte zu eigenen Themen.
2022–2025 erweiterte ich meine Lehrkompetenz als akademische Mitarbeiterin mit eigenen Lehrveranstaltungen und Praxisseminaren für Lehramtsstudierende zu Literarischem Lernen und Schreibförderung. Dabei hat mich stets interessiert, wie es gelingen kann, didaktische Ansätze in die Praxis zu überführen. 2024 wurden meine Materialprototypen zur Förderung der Selbstwirksamkeit durch mehrsprachigen kreativen Schreibens in inklusiven Kontexten mit dem FöWiTec Innovationspreis ausgezeichet. Mein Wissen zur didaktischen Gestaltung von Schreibworkshops gab ich 2025 als Ausbilderin des Train The Trainers Programms von The Poetry Project Berlin an zukünftige Workshopleiter*innen arabisch-deutscher Poesiewerkstätten weiter.
Die didaktischen Grundlagen, die ich in Schule und Hochschule und im Austausch mit Team-Teaching-Kolleg*innen erarbeitet habe, bilden bis heute das Fundament meiner Workshops, Seminare und meiner Schreibsprechstunde.