
Hallo. Ich bin Sara Hauser – Lyrikerin und Coach für mehrsprachiges lyrisches Schreiben. Ich mache Lyrik – alleine und kollaborativ. Seit 2018 befähige ich (junge) Menschen in Werkstätten zum lyrischen Schreiben. Ich möchte Schreiben als Möglichkeit, künstlerisch eigene Perspektiven auszudrücken, an Lernorten, die allen zugänglich sind, verankern.
Literaturbetrieb, Schule, Universität – mit diesen Feldern im Raum Berlin-Brandenburg bin ich vertraut und vernetze sie als literarische Praktikerin. Schreibprozesse begleite ich seit 2016 – damals noch als Peer-Schreibberaterin des Diversitätsorientierten Schreibzentrums Tübingen. Dort und in Stockholm studierte ich als First Generation Student zwei Jahre Jura und anschließend Philosophie, Internationale Literaturen und am Studio Literatur & Thetaer Tübingen Literarisches Schreiben und schäfrfte so mein Sensorium für kulturelle, literarische und sprachliche Verflechtungen. Neben ersten Schritten als Autorin moderierte und co-kuratierte ich 2015-2017 eine Lesereihe im Hesse-Kabinett Tübingen und bot so der zeitgenössischen Literaturszene Tübingens eine Bühne.
Heute verstehe ich mich als Spracharbeiterin, die sich in ihren eigenen lyrischen Texten immer auch mit der klingenden und verspielten Dimension von Sprachmaterial (erinnertem, gesammelten) beschäftigt. Dabei interessieren mich soziale und sprachliche Übergangsprozesse und wie ich diese mit dem absurden und aufrüttelnden Potential klingender Sprache kurzschließen kann. Mehr als Genregrenzen interessieren mich: Flow, Sound, Fellversuche, Faxen, Hasenfinger, Wimperntierchen, abdampfende Schweineseelen, Obstbauminspekteure, grobkörniges Gesims, Grimmskrams, Stuck und feministische Abnabelungsprozesse. Für die Arbeit an meinem Lyrik-Manuskript stuck gehöre ich 2026 zu den Stipendiat*innen, die das Arbeitsstipendium für deutschsprachige Literatur erhalten.
Meine Sprachkunst erschien bislang u. a. in Literaturautomaten, im Jahrbuch der Lyrik, mosaik, in Stoff aus Luft und in einer Anthologie mit dem wunderbaren Titel Entgleitzeit.
Austausch, Unterstützung und gemeinsames Experimentieren in geschützten Räumen sind mir wichtig, deshalb bin ich seit 2022 Teil des Berliner Lyrikkollektivs das ad hoc. 2024/25 veranstalteten wir die vom Berliner Senat geförderte Lesereihe textOUR. Kollektivität & Care: ein poetischer Polylog, in welcher wir mit Berliner Sprachkunstkollektiven an neun Abenden ein kollaboratives Gedicht webten. Das Konzept entwickelte ich als Künsterische Co-Leitung gemeinsam mit Julia Dorsch.
Seit 2018 schreibe ich vor allem mit jungen Menschen mehrsprachig und lyrisch. Als Workshopleiterin der Berliner Jugend-Schreibinititiaven wortbau und The Poetry Project entdeckte ich, wie viel Spaß es macht, kreativ und lyrisch auf Arabisch, Persisch und Deutsch mit Schüler:innen zu schreiben und dabei aus dem Reichtum all unserer Sprachen zu schöpfen. Ich merkte außerdem, dass es Methoden und Übungen gibt, um nahezu alle Jugendlichen für diesen künstlerischen Prozess zu begeistern und jungen Menschen so Räume für ihre eigenen Gedanken, Gefühle und Meinungen – für Selbstwirksamkeitserfahrungen und Kreativität – zu eröffnen. In diesem gemeinsamen Lernprozess war das Feedback meiner arabisch- und persischsprachigen Team Teaching-Kolleg:innen sehr wichtig: Gemeinsamen fanden wir heraus, was es braucht, um vielstimmige Sprachräume zu halten und zu gestalten.
Meinen künstlerischen und sprachsensiblen Ansatz professionalisierte ich 2019 bis 2021 als Fellow der Bildungsinitiative Teach First an zwei Brandenburger Oberschulen. Als zusätzliche Lehrkraft unterstützte und förderte ich Schüler:innen stärkenorientiert und fächerübergreifend und führte Projekte zum Mehrsprachigen Kreativen Scheiben durch. Währenddessen coachte ich zwei Jugendgruppen beim Schreiben, Editieren und dem Präsentieren eigener Gedichte zu eigenen Themen. Ende 2025 gab ich gemeinsam mit der Fotokünstlerin Sina Niemeyer eine Workshopserie, in welcher Neuköllner Jugendliche Fotografie und Lyrik verbanden und ihre Werke abschließend in der Léttretage Berlin zeigten.

© Theresa Rüger
Texte aus den Minibüchern Wo mein Herz ist und Fuck(ed) Up, die Jugendliche während meiner Teach First Zeit entwickelten, bringe ich auch heute noch in Schreibworkshops und in Lehrveranstaltungen für Studierende mit. Gemeinsam erkunden wir dann, wie wir jungen Menschen mit diesen Texten einen lebensweltnahen Zugang zu Lyrik und mehrsprachem Schreiben eröffnen können. Während meiner Tätigkeit als akamische Mitarbeiterin (2022-2025) besuchten auch Schüler:innen meines 2022 initiierten Formats Poets in Progress mehrfach meine Uniseminare und präsentierten Studierenden ihre lyrischen Texte. Für meine Materialentwürfe zur Förderung des mehrsprachigen kreativen Schreibens erhielt ich 2024 den FöWiTec Innovationspreis der Universität Potsdam.